Wenn die Tage kürzer werden, zeigt die Küche des Nordens ihr wahres Wesen: langsam, dunkel, süß-herzhaft, zum Sattwerden gemacht. Das sind die Gerichte, die man kennen sollte, und wo man sie in Lille findet.
Die flämische Carbonade
Das Aushängeschild der Region: Rindfleisch, stundenlang in dunklem Bier geschmort, mit Zwiebeln, mit Senf bestrichenem Lebkuchen und einer Spur braunem Zucker. Das Ergebnis ist eine dicke, leicht süße Sauce ohne Entsprechung anderswo in Frankreich.
Gut zu wissen: Eine gute Carbonade erkennt man an der Sauce, nicht am Fleisch. Ist sie dünn, war die Garzeit zu kurz.
Das Potjevleesch
Wörtlich "Töpfchen Fleisch" auf Flämisch. Vier helle Fleischsorten — Kaninchen, Huhn, Kalb, Schwein — in einer säuerlichen Sülze, kalt serviert mit heißen Pommes. Der Kontrast irritiert zunächst und überzeugt dann. Es ist das flämischste Gericht auf der Karte der Estaminets.
Der Chicorée, König der Saison
Der Norden erzeugt den Großteil des französischen Chicorées, und der Herbst ist seine Zeit. Überbacken mit Schinken und Béchamel, geschmort als Beilage oder roh im Salat mit Walnüssen und Maroilles: Ab Oktober taucht er überall auf.
Wo kaufen, wo essen
Zum Selberkochen bleibt der Markt von Wazemmes die beste Adresse: eine Markthalle, mehrere Tage die Woche geöffnet, mit regionalen Erzeugern und einem schönen Angebot an Käsesorten des Nordens. Die anderen Märkte Lilles ergänzen das je nach Viertel.
Wer sich bedienen lassen möchte, findet auf unseren Seiten Spezialitäten aus Lille und Restaurants die nötigen Anhaltspunkte. Und vergessen Sie das lokale Bier nicht: Im Norden begleitet es das Gericht ebenso, wie es es zubereitet.
